Neubürger, Integration und Internationalität: The Frankfurt Way - Best practice for Germany!

Drei Erkenntnisse des Abends:

Erkenntnis #1: Frankfurt ist international wie keine andere Stadt in Deutschland.

Ob sportlich, kulinarisch, ökonomisch oder kulturell: Frankfurt zeigt in jeder Hinsicht seine Internationalität. Über 40 Prozent der Frankfurter haben entweder eigene Migrationserfahrung oder einen familiären Einwanderungshintergrund, unter Kindern sind es sogar 70 Prozent.

Hinsichtlich der Herkunftsländer ist Frankfurt genauso bunt gemischt, wie man es von anderen „Global Cities“ wie zum Beispiel London kennt. Zwar stellen die klassischen Herkunftsländer der ehemaligen Gastarbeiter – wie die Türkei und Italien – noch immer die größten Gruppen. Doch ihre Anteile nehmen gegenüber einer hohen Zahl neuer Einwanderer von kleinen Gruppen aus aller Welt ab. Menschen aus 179 der 197 Staaten der Welt waren zum Jahresende 2018 in Frankfurt gemeldet – das macht Frankfurt zum „Weltmeister“ unter den deutschen Städten.

Erkenntnis #2: Die „Heimat“ unterliegt einem stetigen Wandel.

„Schmelztiegel der Kulturen“ oder auch „Multi-Kulti“ beschreiben die Internationalität und die Diversität einer Metropole wie Frankfurt heute nur noch unzureichend. In den vergangenen Jahren ist vielmehr der Begriff „Heimat“ (wieder) in Mode gekommen.

Nicht wenige Menschen sind gerade deshalb in Frankfurt, weil sie ihre Heimat verloren haben – sie verbinden damit ein schmerzliches Gefühl. Zugleich ist Frankfurt für sehr viele Menschen zu dem Ort geworden, an dem sie sich wohlfühlen, an dem sie sich nicht erklären müssen, den sie heute ihre „Heimat“ nennen. Der Heimat-Begriff hat in diesem Sinne etwas Integratives und Verbindendes, er unterliegt einem stetigen Wandel und muss in der gesellschaftlichen Debatte gerade deshalb gegen antidemokratische Kräfte verteidigt werden.    

Erkenntnis #3: Die Stadt muss sich stärker mit dem komplexen Thema der Internationalität auseinandersetzen.

Trotz aller positiven Entwicklungen, hat Frankfurt auch noch einige Hausaufgaben zu machen, denn Internationalität ist ein komplexes Thema. Für Migranten ergibt sich – auch im weltoffenen Frankfurt – eine andere Chancengerechtigkeit als für Deutsche. Zusätzlich bestimmen Einkommens- und Vermögensstrukturen die Chancen auf gute Bildung und die Berufsperspektive. Um einer Segregation der gesellschaftlichen Milieus entgegenzuwirken, muss hier politisch noch einiges getan werden!

Es diskutierten:

Dr. Matthias Arning, Verleger und Buchautor (u.a. „Frankfurt für Anfänger“)

Stadträtin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Mitglied des Magistrats, ehem. Dezernentin für Integration, Frankfurt am Main

Dragoslav „Stepi“ Stepanović, ehem. Fußball-Nationalspieler und Trainer, u.a. für Jugoslawien, Manchester City und Eintracht Frankfurt

Andrew Halus, Leiter der Presse- und Kulturabteilung, US-Generalkonsulat Frankfurt am Main

Termin
19. August 2019, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
ecos office center Frankfurt
Mainzer Landstraße 50
60325 Frankfurt am Main
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