Haltung statt Zurückhaltung: Eine in Werten verwurzelte neue deutsche Leistungskultur


Die drei Erkennsnisse des Abends

1. Erkenntnis: Vielfältige Perspektiven und aktuelle Themen

Anders Indset erzählt dem interessiert lauschenden Publikum ausgehend von seinem Buch und einiger biographischer Daten wie seiner Jugend in Norwegen, seiner Unternehmensgründungen in Deutschland, seinem Interesse an Ökonomie und Philosophie, sowohl viele Begriffe – „sustanability“, „Untotigkeit“ der deutschen Gesellschaft -wie auch viele aktuelle politische Entwicklungen – wir haben keinen Fachkräftemangel, sondern Kompetenz- und Leistungsmangel. Dabei hat er immer wieder Informationen und Zahlen genannt, wie zum Thema Energie – mit 40.000 Windrändern könnte man alle Haushalte mit Strom versorgen, derzeit hätten wir 31.000, aber 8 Jahre Genehmigungszeit - , Photovoltaik – der CEO von Mercedes u.a. wollen 15 Milliarden in Photovoltaik investieren, was nächste 10 Jahre die Energiepreise minimieren wird. Treffen der deutschen hidden champions mit ihren 400 Milliarden Umsatz, Anwendung der KI, um das menschliche Potential um ein Vielfaches zu hebeln, binäres Denken und Spaltung der Gesellschaft im Gegensatz zum kollektiven, gemeinschaftlichen Leisten, wozu jeder seinen intrinsisch, von inneren Werten motivierten Beitrag leistet, damit das Ganze Höchstleistungen erzielt. Wichtig dabei ist auch der  Austausch mit anderen und das Reflektieren, um Neues zu entdecken, zum Lernen, zum Weiterkommen, um neue Ziele zu erreichen, nicht nur Profit. Aber auch die Erfahrung, wenn eine 89 j. Unternehmerin und ihr 92 j. Mann die Geschäftsführung an ihre 58 J, 60 J. Und 62 J. jungen Kinder übergeben und nicht nach Ruhestand oder Vier-Tage-Woche fragen.

 

2. Erkenntnis: Humorvolle Einblicke, Zukunftsvisionen und der Wikinger Kodex

Mit Humor spart er dabei nicht, teilweise ins Satirische abdriftend, wie z.B. beim Thema Mobilitätswende: wenn er von Autofahrt von Frankfurt nach Köln auf der A3 mit vielen Straßen-Warnhinweisen oder Zugrückfahrt mit etlichen defekten WC-Kabinen hinweist und am Kölner Hauptbahnhof lieber an dem gegenüberliegenden Bahnstieg auf den einfahrenden Zug wartet. Wenn Ökos am Flughafen warten, weil sie ihren „Sabbatical“ in Bali verbringen wollen. Kreislaufwirtschaft und Quantenökonomie wären wichtig, seine Zukunftsvision sei eine „Quantopia“-Wirtschaft. Deutschland erlahme derzeit und er weise darauf hin, was Geyer Sturzflug gesungen hätten: „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt!“ Er beruft sich auf Ludwig Erhards „Wohlstand für alle" Eine enkelfähige Zukunft, Haltung statt Zurückhaltung. Er erzählt von Shopping-Massen in Würzburg, er erzählt von der Erfindung des Yoga vor 3.000 Jahren und dass man dies kapitalisiert und zur Erfolgsmarke „Lululemon“ gemacht habe. Aus seinem Wikinger-Buch liest er eine Stelle vor mit der Metapher eines Baumes und beschreibt das „Magische Dreieck“. Wichtig für positive Veränderungen wären kein Zwang, sondern Anreize, damit Leute ihr Verhalten aus Überzeugung ändern. Wenn er seiner türkisch-iranischen Frau erzählt: „Wir haben Krise – du musst dich verändern!“ entgegnet sie: „Schlaf mal 14 Tage lang draußen auf der Straße und komm dann wieder, wenn du normal bist!“

 

3. Erkenntnis: Dezentralisierung und die Bedeutung von Shareholder in Verbindung mit Wertefundus und Kollektivismus

Seinem Eindruck nach gibt es Leute, die in wichtigen Positionen sind, regieren, in Vorständen sitzen, viel verdienen und die in vielerei Hinsicht keine Ahnung von einer Zukunft haben, die auf uns zukommt. Wir haben einen großen Dezentralisierungsdruck, der sich auf Bildung, Finanzwesen und Gesellschaft, z.B. Gesundheit, auswirkt. Das Bildungstool Cabuu wurde von einem norwegischen Start-Up für 200 Millionen Euro in Deutschland entwickelt und ist ein Riesenerfolg weltweit: Schüler lernen mit KI besser. Die von einem Zuschauer beklagte Schieflage werde noch schlimmer, und man müsse alle mitnehmen, nicht nur shareholder, auch einen Wertefundus und Kollektivismus. Die junge Generation würde keinen Bürgerkrieg oder Rebellion durchführen, sondern sich einfach abmelden. Im Laufe der nächsten 10 Jahre könnte der erste Netzwerkstaat entstehen. Wenn Ronaldo mit seinen 500 Millonen Followern in die Ferne auswandert und ihm 10% folgen, ist ein neuer Staat mit 50 Millionen Einwohnern entstanden. Ein weiterer Zuschauer fragt nach „Singularität“ und er geht kurz darauf ein, ob unsere jetzige Wahrnehmung Simulation ist oder materiell.

 

Zu Gast: 

Anders Indset
Bestseller- Autor, Philosoph, Unternehmer

 

Wir bedanken uns herzlich für die Kooperation mit dem FSV Frankfurt und dem Business Club Frankfurt 2017 e.V. 

Termin
11. März 2024, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
FSV Frankfurt 1899
Richard-Herrmann-Platz 1
60386 Frankfurt am Main
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