Nie wieder ist jetzt! Warum gerade jetzt der Schulterschluss mit Israel wieder wichtig ist

Die Montagsgesellschaft und der FSV Frankfurt luden am 17. November 2025 zu einem gemeinsamen STEILPASS-Format in die PSD Bank Arena ein. Unter dem Titel „Nie wieder ist jetzt! Und warum die jüdische Tradition Frankfurter Sportvereine auch eine tagesaktuelle politische Bedeutung hat“ rückte der Abend ein Thema in den Mittelpunkt, das in Deutschland wieder dramatisch an Bedeutung gewonnen hat.
Jüdische Tradition des FSV Frankfurt
Der Abend begann mit der historischen Einbettung durch Gastgeber Robert Lempka. Der FSV Frankfurt hat eine stark verankerte jüdische Geschichte – insbesondere durch seine früheren Präsidenten Dr. David Rothschild und Alfred J. Meyers. Beide wurden in der NS-Zeit zur Emigration gezwungen und später posthum zu Ehrenpräsidenten ernannt. Diese Geschichte hat der Verein in den vergangenen Jahren bewusst neu sichtbar gemacht.
Bedrohungssituation für jüdisches Leben 2025
In der von Dr. Stefan Söhngen moderierten Diskussion schilderten die Podiumsgäste eindrücklich die aktuelle Lage jüdischer Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.
Uwe Becker, Antidiskriminierungsbeauftragter des Landes Hessen, beschrieb die massive Zunahme antisemitischer Vorfälle und machte deutlich: Zwischen gesellschaftlicher Wahrnehmung und jüdischer Lebensrealität klafft eine gefährliche Lücke.
Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland, berichtete von Anfeindungen, Hassbotschaften und Sicherheitsbedenken – und appellierte an die „anständige Mehrheit“, sichtbarer und lauter zu werden.
Rabbiner Andrew Aryeh Steiman schilderte die Sorgen von Überlebenden und Älteren der jüdischen Gemeinschaft, die heute wieder Angst empfinden. Er ordnete Entwicklungslinien ein und machte historische Parallelen sichtbar.
Nir Rosenfeld, Frankfurter Gastronom, gab persönliche Einblicke in Boykotte, Feindseligkeiten und wirtschaftliche Folgen seit dem 7. Oktober – und zugleich in die große Solidarität vieler Bürgerinnen und Bürger.
Eugen Emmerling, Mitglied des Verwaltungsrats des FSV und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, betonte die Verantwortung der Zivilgesellschaft und die Vorbildfunktion der Vereine.
Zivilgesellschaft zeigt Haltung
Die Veranstaltung war ausgebucht – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr das Thema Menschen bewegt. Die Diskussion machte klar: Antisemitismus tritt heute offen zutage, und gleichzeitig gibt es eine starke demokratische Mitte, die sich dem entgegenstellt. Der FSV Frankfurt und die Montagsgesellschaft setzten mit diesem Abend ein sichtbares Zeichen der Solidarität und der historischen Verantwortung.
Fazit
Der STEILPASS-Abend zeigte eindrucksvoll, dass „Nie wieder ist jetzt“ nicht nur Mahnung, sondern Auftrag ist. Frankfurt trägt eine besondere historische Verantwortung – und eine lebendige Verpflichtung, jüdisches Leben zu schützen, zu stärken und sichtbar zu machen.
17. November 2025, 19:30 Uhr
PSD Bank Arena
FSV Frankfurt Stadion
Richard-Herrmann-Platz 1
60386 Frankfurt am Main
