Spinne im Netz: Die Vorteile Frankfurts als einer der High-Network Cities der Welt


Spinne im Netz: Frankfurt als High-Network City

Frankfurt gehört zu den wichtigsten digitalen Knotenpunkten Europas – und genau diese Rolle stand im Mittelpunkt der Montagsgesellschaft. Im Dialog wurde deutlich, wie eng Dateninfrastruktur, wirtschaftliche Entwicklung und Zukunftstechnologien heute miteinander verbunden sind.

Die Rolle der Kommunen

Klaus Schindling, Bürgermeister von Hattersheim, machte aus kommunaler Sicht klar, worauf es ankommt: Geschwindigkeit, klare Entscheidungen und partnerschaftliches Handeln. Am Beispiel Hattersheim zeigte er, wie Rechenzentrumsansiedlungen gelingen können, wenn Politik und Verwaltung aktiv gestalten statt nur zu verwalten. Kommunen werden damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die Entwicklung digitaler Infrastruktur.

Warum Frankfurt ein globaler Hotspot ist

Jörg Reinshagen von NTT Global Data Centers erklärte, warum Frankfurt international so relevant ist. Der entscheidende Faktor ist die Nähe der Netzwerke. Daten müssen schnell verarbeitet werden – und genau deshalb entstehen Rechenzentren dort, wo bereits Infrastruktur vorhanden ist. Frankfurt profitiert hier besonders vom Internetknoten und der hohen Dichte an Verbindungen.

Rechenzentren als kritische Infrastruktur

Peter Pohlschröder von der German Datacenter Association ordnete die Entwicklung strategisch ein. Rechenzentren sind längst kritische Infrastruktur und bilden die Grundlage für digitale Geschäftsmodelle, Industrieprozesse und künstliche Intelligenz. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Branche vor großen Herausforderungen steht – insbesondere bei Energie, Flächen und gesellschaftlicher Akzeptanz.

Komplexität und Dynamik der Branche

Dr. Holger Wolf von Norton Rose Fulbright zeigte die juristische und wirtschaftliche Dimension dieser Entwicklung. Rechenzentren zählen heute zu den anspruchsvollsten Assetklassen überhaupt. Sie verbinden Immobilienentwicklung, Energieinfrastruktur, internationale Finanzierung und regulatorische Anforderungen – und erfordern damit ein hohes Maß an interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Im Kern lassen sich die zentralen Punkte des Abends klar zusammenfassen: Frankfurt ist einer der führenden Rechenzentrumsstandorte Europas und profitiert von seiner einzigartigen Infrastruktur. Rechenzentren sind das Rückgrat der digitalen Wirtschaft und werden durch Themen wie künstliche Intelligenz weiter an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig wird die Energieversorgung zunehmend zum limitierenden Faktor für weiteres Wachstum. Entscheidend für die Zukunft des Standorts ist die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Kommunen.

Der Abend hat gezeigt: Frankfurt und Umgebung ist bereits heute eine High-Network City. Doch diese Position ist kein Selbstläufer. Sie muss aktiv weiterentwickelt werden – durch Infrastruktur, Innovation und kluge Entscheidungen.

Denn am Ende gilt: Nicht die Technologie allein entscheidet über die Zukunft, sondern wie wir sie gestalten.

 

Podium:

  • Jörg Reinshagen, Principal Global Legal Counsel, Investment & Real Estate, NTT Global Data Centers
  • Dr. Holger Wolf, Partner bei Norton Rose Fulbright LLP
  • Klaus Schindling, Bürgermeister Hattersheim, „Digital Valley vor den Toren Frankfurts“, Vorstandsmitglied der German Data Association (GDA)
  • Peter Pohlschröder, stellvertretender Vorsitzender Head of Digital Infrastructure Investments (HAL) & Managing Director, German Datacenter Association e.V.
Termin
04. Mai 2026, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
Stadthalle Hattersheim
Karel-Eckel-Weg 21
65795 Hattersheim
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