„Generationendialog – BetterTogether: Was will eigentlich die junge Generation?“


Erkenntnisse des Abends

 

1. Erkenntnis: Was sind die aktuellen Generationen? 

Der Begriff Generationen lässt sich unter biologischen und mentalen Gesichtspunkten sehen:

1) Die natürliche biologische Nachfolge (biologisches Generationen-Modell)

2) Aber auch als mentales Modell: eine Ansammlung von Glaubenssätzen mit einem Realitätstunnel, bedingt durch Gene, sozioökonomische Milieu-Einflüsse und Sozialisation, ergibt Weltbild und Weltverständnis. Generationen teilten auch kollektive Erfahrungen: SPD-Altkanzler Helmut Schmidt wies mal darauf hin: Heute entscheiden viele Leute über Krieg, die „nicht wissen, was Krieg ist“. Dr. Söhngen wies darauf hin, Helmut Schmidt empfehle: „Lieber 100 Stunden verhandeln als eine Sekunde geschossen!" Wie die Generation der Baby-Boomer, die Generation X, Y oder Z zu charakterisieren ist, hängt von verschiedenen Studien ab. Die aktuelle Generation X teilt wohl die kollektive Erfahrung von Finanzkrise und Pandemie sowie die Bedrohung durch Klimawandel.
 

2. Erkenntnis: Lebenssinn, Ehrenamt und Unternehmertum: „Beschäftige dich mit Socken und nicht mit Immobilien!“

Ein aufgebautes Unternehmen über mehrere Generationen zu erhalten, kann eine Herausforderung sein: Ein Fallbeispiel eines italienischen Socken-Textilherstellers, dessen Sohn aus Interesse Architektur studiert hatte, wurde von seinem Vater angehalten, sich danach eben mit Socken zu beschäftigen. Auch ein Patriarchat oder Matriarchat kann problematisch werden, wenn die alte Führung sich zwar zurückzieht, sich aber immer noch einmischen möchte. Soziale Fähigkeiten sind sehr wichtig und damit Kommunikation. Hier ist sportliche Betätigung seit früher Kindheit wichtig wie Fußball, Handball, Tanzen, weil hier verschiedene Sekundärtugenden wie Disziplin, Pünktlichkeit, Fleiß, Zuverlässigkeit und Gemeinschaftssinn geübt werden können. Das Ehrenamt wird als wichtiger Teil angesehen, die politisch Aktiven handeln insbesondere in den Jugendgruppen als „Überzeugungstäter“, etwas zu verändern - entweder für das Große und Ganze oder für kleine kommunale Wünsche - und bewegen dabei die Jungen im Alter von 14 bis ca. 35 Jahren. Allerdings ist das Engagement der ganz Jungen ab 14 Jahren, die sich aus innerer Überzeugung zwecks Klimaschutz auf die Straßen kleben, kritisch zu sehen. Auch die Digitalisierung ist wichtig. Man kann unterscheiden zwischen Engagement im Kleinen, Alltäglichen oder für das Große und Ganze und zwischen dem Unternehmertum, das mit eigenem Wohlstand zu tun hat. Während früher ein Bausparvertrag auf 10 Jahre für 400.000 Euro Immobiliendarlehen für ein Einfamilienhaus erstrebenswert war, möchten die Jungen lieber mobiler und unabhängiger sein, wie der Boom von bezahlbaren und beweglichen Tiny Houses zeigt. Es hat ein „MindShift“ stattgefunden: Eine „Sinn-Ökonomie“ ist bei Reichen zu beobachten, die nach Schmuck-Verkauf nicht gut essen gehen, sondern lieber Substanzielles kaufen.

 

3. Erkenntnis: Neues Wohnen, Rentenfrage sowie Zinslast für Generationen der Zukunft

Ca. 40% aller CO2-Emissionen in Europa, auch in Deutschland, gehen auf Gebäude zurück. Zudem vereinsamt die Gesellschaft durch Single-Haushalte immer mehr. Dem möchte man auch im Rahmen von „Achtsam altern“ mit Gemeinschaftswohn-Projekten auf Messen mit einem neuen Hausbaumodell entgegentreten: Auf 2.000 qm Grundstück und ein Gemeinschaftsgebäude als Zentralgebäude von ca. 300 qm. Geplant ist dabei folgende Raumaufteilung: Gemeinschaftsküche, im Keller Wellnessbereich und im 1. Stock Co-Working, daran docken im Sternformat 50qm-Mikrohaus-Module an, in denen Singles oder Paare leben können, maximal 8 Wohneinheiten, sodass insgesamt bis zu 16 Personen in diesem Holzhaus-Modul-Komplex ohne Beton und Stahl leben können. Auch die Problematik der Energiekosten könnte so angegangen werden. Neben der Wohnfrage spielt auch die Rente eine wichtige Rolle. Derzeit unterstützt der Staat mit ca. 100 Milliarden die Rentenkasse, aber es wird schwieriger, wenn wegen gestiegener Staats-Zinsen nicht mehr 4 Milliarden an Staatsschuld-Zinsen gezahlt werden müssen wie 2021, sondern 2023 ca. vierzig Milliarden! Durch die Verknüpfung von Arbeit und Urlaub können Menschen für die Arbeitswelt gewonnen werden, Stichwort: „Workaction“.

 

Podium:

  • Dominik von Eynern, Founding Member, Family Hippocampus
  • Carolin Wagner, Geschäftsführerin, STATION HQ
  • Romeo Gündling,  Geschäftsführer, GC-Group GmbH/ The Future House
  • Leopold Born, Landesvorsitzender Junge Union Hessen/ Jugendorganisation der CDU
  • Lukas Schneider, Landesvorsitzender JUSOS/ Jugendorganisation der SPD

 

Unser Dank geht auch nochmal an den FSV für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten und Betreuung der Gäste.

Termin
12. Februar 2024, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
FSV Frankfurt 1899 Fußball GmbH
Richard-Herrmann-Platz 1
60386 Frankfurt am Main
Hinweis
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